Von Politikern und Würsten

Mittwochabend, kurz vor 23 Uhr. Der IC von Zürich rollt in Bern ein. Er ist gut besetzt. Dutzende von nationalen Parlamentarierinnen und Parlamentarier sind auszumachen, zufälligerweise nahmen viele denselben Zug zurück in die Bundesstadt: Grüne, SVP’ler und Grünliberale. Sie waren auf ihren Fraktionsausflügen, die traditionell während der Sommersession stattfinden. In der Regel werden am Nachmittag Firmen oder Institutionen besucht, gefolgt von einem geselligen Nachtessen, Medienschaffende und Politbeobachter werden auch eingeladen.

Der IC rattert langsam über die Weichen des Bahnhofs Bern, die Parlis, bunt gemischt, stehen im Gang und warten, bis der Zug hält. Da erhebt GLP-Nationalrat Beat Flach (GLP, AG) die Stimme:

„Bei uns gab es Rindsfilet zum Znacht. Was haben sie euch aufgetischt?“

Ein Ratskollege, mehrfach gescheiterter Bundesratskandidat, von Geburt weg welscher und inzwischen auch etwas schwerer Zunge antwortet:

„Wir aben nur Würste.“ (Ein Vollverb liefert er nicht.)

Einer reagiert fix, halblaut, aber doch für viele noch hörbar:

„Sprach er eben über die Leute in seiner Fraktion?“

Schallendes Gelächter.

 

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